Dusk-Initiative

Kostenlose Fotografie für Krebs- und Palliativpatienten

Ich habe aktuell unter dem Namen „Dusk“ eine Fotoreihe begonnen, bei der ich zusammen mit Palliativpatienten (Alter zwischen 13 und 55 Jahren, Lebenserwartung unter 10 Jahren) versuche, deren Umgang mit dem Tod und die Einstellung zu diesem festzuhalten. Aus diesem Projekt ist die Idee erwachsen, unter dem Namen „Dusk-Initiative“ ein Netzwerk aus Fotografen aufzubauen, welche im ehrenamtlichen Rahmen Fotos für die oben genannte Personen und Krebspatienten fertigen. Die Initiative befindet sich aktuell noch in der Anfangsphase, jedoch können Anfragen auf Fotoshootings jederzeit bei mir erfolgen. Ich versuche so weit es möglich ist, diesem Wunsch nachzukommen oder die Anfrage an einen entsprechenden Fotografen weiterzuvermitteln.

Der Hintergrund und die Intention der Initiative ist, betroffenen Personen zu helfen ihre Gefühlswelt in einer angemessenen Form wiederzugeben bzw. anderen ggü. nahe zu bringen. Trotz der Tatsache, dass jeder Mensch sich das Schicksal der Geburt und des Todes teilt, fallen Gespräche bzgl. des Letzteren schwer. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn der Tod auf ein relativ junges Leben seinen Schatten wirft. Hierbei wird oftmals das Gespräch gemieden bzw. die Thematik weitläufig umgangen. Ziel ist es daher durch die gefertigten Fotos ein Gesprächseinstieg ermöglichen. Bilder schaffen es die Gefühle in Bezug auf den Todes, die damit einhergehenden Ängste und das aktuelle Erleben der Krankheit zu veranschaulichen. Auch gelingt es auf diese Weise das Empfinden der Patienten bezogen auf die Reaktionen des sozialen Umfeldes zu skizzieren.

 

Die Bilder forden in diesem gravierenden Lebensabschnitt zum Dialog auf. Denn mit ihnen wird das Gespräch von der betreffenden Person abstrahiert bzw. auf den Bildinhalt und dessen Interpretation gelenkt. Im Ergebnis erfolgt eine Herabsetzung der Hemmschwelle und teilweise Entpersonifizierung zu der ursprünglich personenegebundenen Thematik des Todes oder der Krankheit. Dieses kann als Basis genutzt werden, um das Gespräch personengebunden fortzusetzen.

Darüber hinaus kann eine konkrete und bildliche Auseinandersetzung den Betroffenen helfen, die Gefühle zu ordnen und das in Aussicht stehende Lebensende zu verarbeiten.

Den Verwandten soll zudem die Vielschichtigkeit der Gedanken und Gefühle des Betroffenen nahe gebracht werden. Insbesondere der Aspekt, dass bei vielen Patienten trotz der Situation eine gewisse Zufriedenheit in Rückblick auf das gelebte Leben besteht. Interessanterweise haben gerade die Personen, die dem Tode nahe stehen, eine völlig andere Perspektive und Einstellung zum Leben. Die meisten Menschen im frühen und mittleren Alter sowie Jugendliche machen sich selten Gedanken über den Tod. Die Prioritätensetzung im Leben weicht stark von dem der Personen ab, die bald sterben werden. Von vielen werden Dinge im Leben angestrebt, die in Hinblick auf die eigene Vergänglichkeit sonderbar erscheinen. Es sind Dinge wie Beförderungen, viel Geld verdienen, ein Eigenheim besitzen, ein tolles Auto fahren, über das aktuellste und beste Smartphone verfügen, den Erwartungen anderer gerecht werden, dem Streben danach anderen überlegen zu sein, eine steile Karriere einzuschlagen, an Einfluss gewinnen und und und....

 

Letztlich stellt sich jedoch die Frage, ob man mit diesen Dingen im Ergebnis wirklich ein glücklicheres Leben führt. Was wäre, wenn du nur noch max. zehn, fünf oder zwei Jahre deines Lebens hättest? Würdest du wirklich noch nach diesen Dingen streben?

Die „Dusk-Initiative“ soll somit auch eine Aufforderung an die Menschen sein, die den Blick für das große Ganze im Leben verloren haben.

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Ian Oldenburg Photography

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